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Aus Deep wird Dieppe

Auch wenn der Abt Cochet einige Reste von Töpfereien und gallische Waffen erwähnt, die in der Umgebung gefunden wurden, gibt es keine Erinngerungen an eine so weit entfernte Epoche. Man spricht nur von dem sogenanntern « Camp de César » oder « Cité des Limes ». Effektiv bringen die von Pierre-Jacques Féret zwischen 1822 und 1827 durchgeführten Ausgrabungen Spuren gallischer und gallisch-römischer Besetzung innerhalb der Stadtmauern zutage und gleichzeitig Reste eines viereckigen « fanums ». Eine zweite Ausgrabungsphase fand statt, um die Bevölkerungsdichte in dem kurzfristig durch Erosion bedrohten Gebiet festzustellen. Man geht davon aus, dass der Kreidefelsen zwischen 1830 und 1996 pro Jahr 30 cm abbröckelt und damit nach und nach der nördliche Teil des « Camp de César » verschwindet.

 

Gravure port

 

Der Name Dieppe wurde von den Normannen im 7. und 8. Jahrhundert von dem angelsächsischen deep (« tief ») abgeleitet.

Das von dem Arques-Fluss im Kreidegebiet des Pays de Caux vertiefte Flussbett bot einen Hafen für Seeschiffe. 1195 besiegt Kônig Philippe August Richard Löwenherz und lässt die Stadt dem Erdboden gleich machen. 1204 wird das Herzogtum Normandie annexiert, und die Stadt wird bis zur Regierung von François I. französisch. Die französischen Könige gewähren dieser strategischen Stadt Vorteile. Dieppe zählt dann viele Abenteurer unter der Bevölkerung.

 

Die Hafenaktivitäten erlauben es den Reedern sich zu bereichern, und Dieppe wird zu einem der wichtigsten Märkte Frankreichs. 1420 erobern die Engländer die Stadt und behandeln diese als rebellisch. 1435 gewinnt der Feldherr Desmarest mit Hilfe des zukünftigen Königs Ludwig XI. die Stadt zurück und beginnt sofort, das Fort zu bauen.

 

Im 16. Jahrhundert kreuzen die Schiffe des Reeders Jehan Ango vor den brasilianischen, afrikanischen und nordamerikanischen Küsten und bringen der Stadt echten Reichtum. Der Reeder wird sehr reich, besonders durch seine Korsaren und hilft François I. in seinem Kampf gegen die Engländer. Er bewaffnet mehrere Schiffe, die er den Gebrüdern Verrazano und Parmentier anvertraut. Dieses Jahrhundert gehört auch Abraham Duquesne, der die französische Flotte durch mehrere Schlachten führt, die er gewinnt. Er lehnt es ab, dem Protestantismus abzuschwören und wird deshalb – trotz seiner zahlreichen Siege – nie zum Admiral befördert.

 

Unter François I. und seinen Nachfolgern werden wichtige Bauarbeiten eingeleitet, und die Stadt lebt ihre goldene Zeit. Allerdings machen zivile und religiöse Kriege diesem Reichtum ein Ende.

Zwischen 1668 und 1670 sterben 10.000 Menschen während einer Pestepidemie. 1694 wird Dieppe von der anglo-holländischen Flotte zerstört ; mit Ausnahme des Pollet-Viertels, der Kirchen, einiger Häuser und des Schlosses wird sie zu Asche. Auf Befehl von Ludwid XIV. beginnt der Ingenieur von Vertabren sofort mit dem Wiederaufbau und verbreitert die Strassen. Die Place Royale, während der Revolution in Place Nationale umgekauft, wird angelegt. Während den hundertjährigen Krieges überfallen die Preussen zweimal Dieppe, aber die Stadt wird noch schwerer unter dem zweiten Weltkrieg leiden.

 

Die Stadt Dieppe hat heute ihre Gemeindegrenzen erreicht. Jetzt geht es es um Rehabilitierung der historischen Stadtviertel einerseits und die Erschliessung von Industrie-Brachen am Hafen andererseits. Seits 1997 stehen übrigens das historische Stadtzentrum, Le Pollet und das Viertel Saint-Pierre unter Landschafts- und Denkmalschutz (ZPPAUP).