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Meeresbäder

Die ersten Bäder

 

Die erste Person, die in Frankreich offiziell im Meer gebadet hat, ist König Henri III., der auf Rat seines Arztes bereits im Juni 1578 nach Dieppe gekommen wäre.

 

bains de merDie Zerschlagung des napoleanischen Reiches (1815) bedeutete das Ende der Korsaren während eine Ärmelkanalverbindung den Strom der englischen Reisenden fördert. Einige berühmte Frauen haben in Dieppe im Meer gebadet, u.a. die Königin Hortense de Beauharnais (1783-1837) in Begleitung ihrer Kinder (darunter der zukünftige Napoléon III., der sich an die Bäder im Meer erinnerte). 1822 entsteht am Strand das erste « établissement des bains (Bädereinrichtung) in Frankreich, eine luxiöse Anlage für die Hofdamen, deren Reise Paris- Dieppe 15 Stunden dauert (im Poststuhl).

 

duchesse de berry

Aber die wirkliche Mode der Meeresbäder ist Marie-Caroline, der Herzoging von Berry, zu verdanken, die sich häufig von 1824 bis 1829 in Dieppe aufhält. Im August wird sie von 21 Kanonenschüssen im Schloss begrüsst. Sie findet Geschmack an Meeresbädern und dem Strand von Dieppe. Man baut für sie einen Ballsaal und ein Theater, das, zwar am Ende des vergangenen Jahrhundert renoviert, die Renaissanceatmosphâre beibehalten hat.

 

In ihrem Gefolge kommen die reichen Pariser mit der Eisenbahn an den Strand von Dieppe. Ein Strom von Engländern kommt aus Brighton, wo die Meeresbäder bereits sehr geschätzt wurden. Gegen 1820 braucht man nur noch acht bis neun Stunden ab London. Der Prinz von Wales und Lord Salisbury haben hier ihre Häuser : der eine in Dieppe, der andere in Puys. 1860 gibt es ungefähr 3.000 Engländer, die das ganze Jahr über in Dieppe wohnen. Später begegnet hier Churchill seiner zukünftigen Frau : Clementine. Sogoar der König Louis-Philippe, der in Eu residierte, besucht Dieppe während Napoléon III. Anlässlich seines Aufenthalts vom 20. August bis 9. September 1853 hier täglich im Meer badet.

Der Strand von Dieppe ist zwischen Hafen und Kreidefelsen 2 km lang. Die Kaiserin Eugénie liess am Meer entlang die Strandpromenade anlegen.

 

Die Bäder im 19. Jahrhundert

bains de mer

Die Schriftsteller aller Zeiten sind sich einig und machen sich über die « Eleganz » der Badenixen in dieser Zeit lustig. Zuerst tragen sie nur Kleider und später Hosen und Jacken aus Merinoflanell. Gegen 1850 wagen es sogar einige, ihre nackten Waden zu zeigen. Der Badeführer von 1853 legt fest, dass das Badekostüm für Männer « einen 10 cm breiten Gürtel haben muss, die Taille gut umfassend, um die Lendenmuskeln beim Schwimmen zu stützen ; der Rest muss weit sein und die Kniee umspielen ». Alle Badeanzüge für Männer sind gestreift bis zum Jahre 1914.

 

Heute werden die « Bains » nach wie vor von vielen Leuten geschätzt, die über das Wochenende kommen. Die heutige Balneotherapieanlage wurde 2007 eröffnet und bietet vielseitige Aktivitäten sowie Aufenthalte « à la carte ».