© Teddy Verneuil
Geschichten rundum Arques‑la‑Bataille

Geschichten rund um Arques‑la‑Bataille

Ein Dorf voller Überraschungen

Die Burg liegt hoch über der Landschaft, und das Dorf hält weitere historische Zeugnisse und überraschende Entdeckungen für Sie bereit …

Die Burgruinen dominieren das Dorf und bieten eine atemberaubende Aussicht auf die Umgebung. Auf ihrem Felsvorsprung, der das Tal durch breite Gräben trennt, erzählt die Burg von Arques-la-Bataille allein schon 900 Jahre Geschichte voller Schlachten und Neubeginn. Sie wurde Anfang des 12. Jh. errichtet und von Wilhelm dem Eroberer und Karl dem Kühnen angegriffen, empfing Franz I. und erlebte den Sieg von Heinrich IV. während der Hugenottenkriege … Die mehrmals umgebaute Burg stürzte nach dem Zweiten Weltkrieg ein, hauchte jedoch ihre Seele, die noch in all ihren Steinen zu spüren ist, niemals aus.

Ein Ort der Erinnerung

Der Commonwealth-Friedhof am Waldrand ist ein weiteres starkes historisches Zeugnis. Hier ruhen die sterblichen Überreste der Ausländer, die während des Ersten Weltkriegs von 1914 bis 1918 in diese Region kamen, um Straßen- und Forstarbeiten durchzuführen. Es handelte sich um Chinesen, Hindus und Engländer, aber vor allem um sog. „Kaffer“, d. h. nichtmuslimische Schwarze, aus dem Indischen Ozean. Es ist ergreifend, an den 311 Gräbern entlangzugehen, die sich an dem Hügel aneinanderreihen. Die Waldgebiete, die den Friedhof umgeben, und ihre Aussichtspunkte laden dazu ein, der Geschichte dieser Männer in der Normandie zu gedenken.

Wussten Sie schon?

Wer hätte gedacht, dass die Kirche dieses kleinen Dorfes im Pays de Caux ein Rarität besitzt? Hier können Sie einen Lettner bewundern, ein architektonisches Ensemble, das den Chor vom Langhaus trennt. Diese Trennelemente sind seit dem 17. Jh. aus beinahe allen religiösen Bauwerken verschwunden. Die Feinheit seines Figurenschmucks macht diesen Lettner besonders außergewöhnlich. Die Orgel lässt in ganz Frankreich die Kraft des berühmten Festivals für alte Musik der Bach-Akademie erklingen.

Nach einer Wegbiegung …

Neugierige Besucher können ihre Entdeckungen mit diesem monumentalen kreisförmigen Gebäude fortsetzen. Absolut ungewöhnlich inmitten eines kleinen Dorfs auf dem Land!  Es handelt sich um ein Schulzentrum, das 1935 nach den sehr modernen Plänen des Architekten Georges Thurin errichtet wurde, um der Verdoppelung der Bevölkerung in 50 Jahren Industrialisierung Rechnung zu tragen. Denn in Arques-la-Bataille gab es viel Industrie, auch eine Viskosefabrik, die eine der ersten französischen Kunstfasern herstellte. Das ist jedoch eine andere Geschichte …